Informationen über Russland

Hier finden Sie alle Informationen zu allen Themen rund um Russland

Allgemeine Informationen zu Russland

Einreise

Einreise für Deutsche Staatsbürger

Deutsche Staatsbürger benötigen für die Ein- und Ausreise einen mindestens 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültigen Reisepass sowie ein Visum. Auch bei Transitreisen durch Russland z.B. auf dem Weg nach Kasachstan ist ein Visum (Transitvisum) erforderlich. Kinder benötigen einen eigenen Reisepass/Kinderausweis mit Lichtbild und ebenfalls ein Visum. Alle Details zur Visabeantragung finden Sie auf unserer Internetseite.

Adresse der Botschaft:
Botschaft der Russischen Föderation
10117 Berlin
Unter den Linden 63-65

Tel: +49 30 229111029
Fax: +49 30 2299397
info@Russische-Botschaft.de
www.russische-botschaft.de
Länderdaten

Lage

Die Russische Föderation ist flächenmäßig der größte Staat der Erde und im Osten Europas und im Nordwesten Asiens. Russland grenzt mit 19.990 km an 14 Staaten: Aserbaidschan, Weißrussland, Volksrepublik China, Estland, Finnland, Georgien, Kasachstan, Nord-Korea, Lettland, Litauen, Mongolei, Norwegen, Polen, Ukraine. Die Küstenlinie beträgt 37.653 km an 5 Meeren: Ostsee, das Schwarze Meer, das Kaspische Meer, den Pazifischen Ozean (Beringstraße, Beringmeer, Ochotskisches Meer, Japanisches Meer)und den Arktischen Ozean (Weißes Meer, Barentssee, Karasee, Laptewsee, Ostsibirische See und Tschuktschensee).

Fläche: 17.075.400 km² (inklusive Kaliningrad),  mit Krim 17.102.344 km². Russland betrachtet die Krim seit 18.03.2014 als Teil ihres Staatsgebietes.


Verwaltungsstruktur

9 Förderationskreise (Nordwestrussland, Zentralrussland, Südrussland, Wolga, Ural, Sibirien, Russich-Fernost, Nord Kaukasus, Krim (Die Zugehörigkeit der Krim zu Russland ist international umstritten))

21 Republiken (Adygien, Altai, Baschkortostan (bis 1992 Baschkirien), Burjatien, Dagestan, Inguschische Republik, Kabardinisch-Balkarische Republik, Kalmykien, Karatschalsch-Tscherkessische Republik, Karelien, Komi, Marij El, Mordwinien, Sacha (Jakutien), Nord-Ossetien, Tatarstan, Tyva, Udmurtische Republik, Chakassien, Tschetschenische Republik, Tschuwaschische Republik)

46 Gebieten – Oblast (Amur, Archangelsk, Wolgograd, Belgorod, Brjansk, Iwanowo, Irkutsk, Jaroslawl, Kaliningrad, Kaluga, Kemerowo, Kirow, Kostroma, Kurgan, Kursk, Leningrad, Lipezk, Magadan, Moskwa (Moskau), Murmansk, Nizhnij Novgorod, Novgorod, Jekaterinburg, Omsk, Orenburg, Orjol, Pensa, Pskow, Rostow am Don, Rjasan, Samara, Saratow, Sachalin, Swerdlowsk, Smolensk, Tambow, Twer, Tomsk, Tula, Tjumen, Uljanowsk, Tscheljabinsk, Wladimir, Wolgograd, Wologda, Woronesch)

2 Städte föderalen Ranges (Moskau, St. Petersburg),

1 jüdisches autonomes Gebiet,

4 autonome Bezirke (Nenzen, Jamal-Nenzen, Chanten und Mansen, Tschuktschen).


Einwohner

Bevölkerung: ca. 143 Millionen Einwohner, mit Krim 146 Millionen
Städte: Moskau ca. 10,4 Millionen, St. Petersburg ca. 4,6 Millionen, Nowosibirsk ca. 1,4 Millionen, Nizhnij Novgorod ca. 1,3 Millionen, Jekaterinburg ca. 1,3 Millionen, Samara ca. 1,2 Millionen, Tscheljabinsk ca. 1,1 Millionen, Omsk ca. 1,1 Millionen , Kasan ca. 1,1 Millionen, Rostow am Don ca. 1,06 Millionen, Perm ca. 1 Million, Ufa ca. 1 Million

Sprache

Russisch als Amtssprache und regionale Amtssprachen.

Zeitzonen

Die Russische Föderation teilt sich in 9 Zeitzonen MEZ+2 bis MEZ+11. Seit Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2011 gilt für Russland ganzjährig Sommerzeit.

 

Stromspannung

220 Volt, 50 Hz

Telefon/Post

Post

Die Zustelldauer von Postsendungen dauert ca. 10 Tage oder länger. Um die Auslieferung abzusichern, empfiehlt sich die Sendung per Einschreiben oder über Kurierdienste abzuwickeln.

Telefon

Landesvorwahl 007 

Mobilfunk

Netztechnik: GSM 900/1800 und 3G 2100.
Derzeit gibt es Roamingverträge mit Anbietern in der Russischen Föderation von E-Plus, O2, Telekom Deutschland und Vodafone.

Internet

Länderkürzel: .ru
Internetanschlüsse stehen in den Hotels und Internetcafés größerer Städte zur Verfügung.

Feiertage

Es gibt mehrere gesetzliche Feiertage in Russland und zudem einige religiöse Feiertage oder Ehren- und Gedenktage.

Wenn der gesetzliche Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, wird er gemäß der russischen Gesetzgebung am darauffolgenden Arbeitstag nachgeholt.

Die Regierung kann einzelne Arbeitstage auf an sich arbeitsfreie Samstage und Sonntage verlegen, um in der vorangehenden oder folgenden Woche eine Kette von ununterbrochenen arbeitsfreien Tagen zu erreichen. Ebenso können Tage außer der Reihe zu arbeitsfreien Tagen erklärt werden.


Die Hauptferienzeit geht von Anfang Juni bis Ende August. Weitere typische Ferienzeiten sind die ersten zwei Januar- und die ersten zwei Maiwochen. Aber auch die Tage vor und nach offiziellen Feiertagen werden gern für Kurzurlaube benutzt.

Öffnungszeiten
     
Öffnungszeiten der Banken

Mo-Do 09.30-17.00 Uhr, Fr 09.30-16.00 Uhr (Variationen sind möglich).

Öffnungszeiten
Übliche Öffnungszeiten der Geschäfte: von 9:00 bzw. 10:00 bis 18:00 bzw. 19:00 Uhr. Mittagspause
ist von 13:00 bis 14:00 oder von 14:00 bis 15:00 Uhr. Samstags und
sonntags ist normalerweise geschlossen. Falls am Samstag doch geöffnet
ist, dann meistens nur bis 15:00 oder 17:00 Uhr.
In Großstädten gibt es auch Supermärkte bzw. kleinere Geschäfte (Kioske), die rund um die Uhr geöffnet haben. Kaufhäuser und Shopping Malls oftmals Mo bis So 10/11-20/21/22 Uhr;

Ämter haben Öffnungszeiten
meistens von 10:00 bis 17:00 Uhr. Sowohl Ämter als auch andere
öffentliche Einrichtungen sind samstags und sonntags in der Regel
geschlossen.

Postfilialen in Russland haben in der Regel flexible Öffnungszeiten, zum Beispiel abwechselnd von 12:00 bis 18:00 und von 10:00 bis 16:00 Uhr.     
       

 

In Großstädten gibt es auch Supermärkte bzw. kleinere Geschäfte (Kioske), die rund um die Uhr geöffnet haben. Kaufhäuser und Shopping Malls oftmals Mo bis So 10/11-20/21/22 Uhr;

 

Kleidung

Im Sommer (Juni bis August) kann normale Sommerbekleidung wie in Europa getragen werden.. Im Frühjahr und Herbst sollte man Übergangskleidung mitnehmen. Außerdem braucht man unbedingt eine Regenjacke oder einen anderen Regenschutz. Die Winter sind sehr streng und man sollte deshalb unbedingt warme Wollsachen, warme Wintermäntel und gefüttertes, wasserunempfindliches Schuhwerk mitnehmen. Eine warme Kopfbedeckung ist empfehlenswert. Dies gilt allerdings nicht für die subtropischen Gebiete am Schwarzen Meer.

Beim Besuch einer orthodoxen Kathedrale in Russland, eines Klosters oder
eines Hofs sollten Männer besser auf Shorts und kurze Hosen sowie
Frauen auf Hosen, Shorts, Mini- oder Schlitzröcke sowie auf
dekolletierte Kleidung verzichten,und vor allem nicht ohne Kopfbedeckung eintreten.



Frauen sollten daher am besten einen Rock und eine Kopfbedeckung beim
Besuch in der Kirche in Russland tragen, da sie sonst eventuell nicht in
die Kathedrale hineingelassen werden. (Heutzutage werden in den
Kathedralen des Öfteren sogar Kopftücher und manchmal auch Röcke
verkauft bzw. einfach ausgegeben. Man sollte jedoch besser im Voraus an
seine eigene Bekleidung denken). Frauen mit aufgetragenem Lippenstift
dürfen die Heiligtümer nicht mit ihren Lippen berühren.



Männer dagegen dürfen während des Besuchs von geöffneten Kathedralen gerade keine Kopfbedeckung tragen.

Land und Leute

Geschichte/Politik

Die folgende Darstellung der russischen Geschichte ist stark verkürzt und gibt nur einen groben Überblick.      

        Die Kiewer Rus' (9. bis 11. Jahrhundert)
Im 9. Jahrhundert erfolgte die Gründung des Kiewer Reiches - später Kiewer Rus' genannt - und damit die Grundsteinlegung Russlands. Im Jahr 988 wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Dieser altrussische         Staat bestand bis zum 11. Jahrhundert, dann begann es in einzelne Fürstentümer  zu zerfallen.

     

        Die Mongolenherrschaft (12. bis 13. Jahrhundert)
Im 12. Jahrhundert konzentrierte sich die Macht auf die Kaufmannsstadt Nowgorod und das Fürstentum Wladimir östlich von Moskau. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unterwarfen die Mongolen die russischen Fürstentümer, währten den Fürsten jedoch eine gewisse Selbständigkeit.

     

        Der Aufstieg Moskaus (14. bis 15. Jahrhundert)
Im 14. Jahrhundert verlagert sich das Zentrum der Macht nach Moskau selbst, wo der Sohn von Alexander Newski regierte. Er verlegte auch den Sitz der orthodoxen Kirche nach Moskau. Das Mongolenreich zerfiel nach einigen         erfolgreichen Niederschlagungen seitens der Moskowiter in einzelne Khanate. Großfürst Iwan III. schaffte gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit der territorialen Ausdehnung und dem Aufbau einer Zentralverwaltung des Landes die Voraussetzungen für den Aufstieg Moskaus zur Großmacht.

     

        Russland als Zarenreich
1547 wurde Iwan IV., genannt der Schreckliche, zum Zar Russlands gekrönt. Mit ihm begann die Tradition zaristischer Herrschaft und Expansion (Eroberung Kasans, Astrachans, des Kaukasus, Sibiriens). Nach dem Tod Iwans des IV. 1584 und der sich daran anschließenden Zeit der Wirren und Machtkämpfe wählte 1613 eine Reichsversammlung Michail Romanow zum neuen Zaren. Die Romanows herrschten bis 1917.      

     

Zar Peter I. (der Große; Herrschaft 1682 bis 1725) trieb durch Reformen (Aufbau eines Heeres, Steuereinführung, Verwaltungsreformen, Schulaufbau) die innere Modernisierung des Landes voran. Unter Katharina II. (die Große; 1762 bis 1796) eroberten russische Truppen große Gebiete am Schwarzen Meer. Bei der Aufteilung Polens zwischen Österreich, Preußen und Russland erhielt Katharina II. westliche Teile der Ukraine und Weißrusslands sowie Litauen.

     

Im 19. Jahrhundert expandierte Russland weiter: Georgien, Bessarabien und Finnland wurden russisch. Russland beteiligte sich an den Befreiungskriegen gegen Napoleon, so dass es auf dem Wiener Kongress 1815 als Retter         Europas eine wichtige Rolle bei der Festlegung der neuen Staatsgrenzen erhielt. Innere Aufstände und Demokratiebewegungen wurden gewaltsam unterdrückt.

     

        Russische Revolutionen
Die erste russische bürgerlich-demokratische Revolution fand 1905 statt. Unruhen und Streiks dehnten sich auf das ganze russische Reich aus. Die Aufstände wurden blutig niedergeschlagen. Die Zarenherrschaft dauerte weiter. Im Februar 1917 kam es in Petrograd (heute: St. Petersburg) zu Massendemonstrationen und einem Generalstreik. Zar Nikolaus II dankte ab. Aber erst mit der russischen Revolution vom Oktober 1917 gelang es den Bolschewiki mit Lenin als Regierungschef, endgültig die Macht zu übernehmen. 1922 wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken      (UdSSR) gegründet. In den Folgejahren beherrschte Bürgerkrieg das Land.

     

        Stalin-Diktatur
Nach dem Lenin 1924 gestorben war, übernahm Josef Stalin die Macht. Autoritäres Denken und Handeln sowie Gewalt bestimmten seine Regierungszeit bis zu seinem Tod 1953. Millionen von Menschen fielen Verfolgungswellen zum Opfer, wurden in die Verbannung geschickt oder waren in Straflagern inhaftiert. Unter Stalin fand die Kollektivierung der Landwirtschaft statt, die teilweise zu Hungersnöten führte.

         

        Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Trotz des Hitler-Stalin-Paktes von 1939, in dem die Interessensphären verteilt worden waren, überfiel Deutschland 1941 die Sowjetunion. Der bis 1945 andauernde Krieg kostete in Russland über 20 Millionen  Menschenleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte zwischen der UdSSR,den Vereinigten Staaten und deren Alliierten der Kalte Krieg. Atomare Aufrüstung und Reise- und Kommunikationsbeschränkungen waren kennzeichnend für beide Seiten. Innerhalb der Einflusssphäre der Sowjetunion im gesamten Ostblock wurden Aufstände und Oppositionsbewegungen         niedergeschlagen.

     

        Chruschtschow und Breschnew: Tauwetter und Stagnation

     

1956 wurde auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion erstmals der stalinistische Terror angeprangert. Unter der Regierung Nikita Chruschtschow setzte eine Tauwetter-Periode ein. Mit der Regierung Leonid  Breschnews (1964 bis 1982) wurden viele Reformen allerdings wieder rückgängig gemacht, die Entstalinisierung nicht abgeschlossen. Die Wirtschaft stagnierte, aber beim Wettrüsten zwischen Ost- und West machte die Sowjetunion         keine Abstriche.

     

        Gorbatschow: Perestroika und Glasnost

     

1985 wurde Michail Gorbatschow Regierungschef (Generalsekretär der KPdSU). Die Ära der Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Durchsichtigkeit), der Reformen und Umstrukturierungen im politischen System begann. 1990   übernimmt Gorbatschow das neu geschaffene Amt des Staatspräsidenten. 1991, als seine Reform- und Unionspolitik als weitgehend gescheitert galt, kam es zu einem Putschversuch von kommunistischer Seite, der aber niedergeschlagen     wurde. Boris Jelzin, ehemaliger KPdSU-Funktionär, konnte als Gegner der Putschisten die Sympathien des Volkes für sich gewinnen. Mit der Rückkehr Gorbatschows auf seinen Posten nach dem gescheiterten  Putsch begann auch der Prozess der Auflösung der Sowjetunion. Im Dezember 1991 trat er als Präsident der UdSSR zurück.

     

        Nach der Sowjetunion: Jelzin und Putin

     

Russland formiert sich 1990 als unabhängiger Staat, dessen Führung Boris Jelzin als neuer Präsident im Juni 1991 übernimmt. Es bleibt Teil der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), der sich bis auf die baltischen Staaten alle ehemaligen Sowjetrepubliken anschließen. Jelzin stärkt seine präsidiale Macht in der jungen Demokratie enorm und beginnt den Krieg in Tschetschenien, fördert aber auch Wirtschaftsreformen und engere Verbindungen mit den westlichen Nationen, von denen er seinerseits Unterstützung erhält. 1996 wird Jelzin wieder gewählt, obwohl er gesundheitlich zunehmend beeinträchtigt ist. Dazu kommt Jelzin auch wegen ungeklärter Finanzpraktiken in         Verruf.

     

Im Januar 2000 übergibt Jelzin die Präsidentschaft an den kurz zuvor zum Premierminister ernannten ehemaligen Geheimdienstchef Wladimir Putin. Dieser wird im Frühjahr 2000 auch vom Volk offiziell zum Präsidenten gewählt. Auch Putin verfolgt Wirtschaftsreformen und sucht gute Kontakte zum Ausland, insbesondere zum Westen und zu den         GUS-Staaten. Er beschneidet jedoch die Kompetenzen der Regionen und führt den Tschetschenienkrieg fort. Kremlkritische Medien sehen sich Verfolgungen des Staatsapparates ausgesetzt. Putin geht jedoch auch gegen die organisierte Kriminalität vor, und die Wirtschaftsliberalisierungen führen nach Ansicht von Experten zu ersten langfristigen Verbesserungen.

Wirtschaft

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Russlands nach der Auflösung der Sowjetunion war zunächst von einem drastischen Einbruch der Produktion geprägt. Dazu trug der Wegfall eingespielter Handelsbeziehungen im Verbund der Sowjetunion bei. Der Übergang von der Planwirtschaft zu einer marktwirtschaftlichen Ordnung war schwierig und gelang nur in Teilbereichen.

Seit Überwindung der Finanzkrise des Jahres 1998 wuchs die russische Wirtschaft bis einschließlich 2008 wieder mit Raten zwischen 4,7 und 10 %.

Allerdings ist sie dabei in hohem Maße von der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise auf den Weltmärkten abhängig geblieben. Energie- und Rohstoffpreise bestimmen insbesondere die Entwicklung der Exporterlöse und der Staatseinnahmen. Die angestrebte Diversifizierung der Produktion ist bisher nicht weit vorangekommen. Auf internationalen Märkten wettbewerbsfähige Fertigerzeugnisse stellt die russische Wirtschaft nur in wenigen Bereichen wie der Rüstungswirtschaft her.

Zunehmend abhängig von internationalen Entwicklungen ist die russische Wirtschaft auch im Bereich des internationalen Kapitalverkehrs geworden. 2008 zeigten dies die Auswirkungen der von den USA ausgegangenen weltweiten Finanzkrise auf Russland. Finanzanlagen wurden aus Russland abgezogen. Binnen eines halben Jahres brachen die Aktienkurse in Russland um fast 80 % ein. Die Aufnahme von Krediten im Ausland verteuerte sich für russische Unternehmen drastisch, falls sie überhaupt noch möglich war.

Aufgrund des konjunkturellen Abschwungs der Weltwirtschaft durch die internationale Finanzkrise schwächte sich das Wachstum 2008 nach Angaben der OECD auf 5,6 % ab und ging nach dem Einbruch der Ölpreise 2009 vorübergehend zurück.


Russland hat viele Bodenschätze - von der Steinkohle über das Eisenerz zu Stahlveredlern (beispielsweise Vanadium); man findet sie sowohl im Ural als auch in Westsibirien. Erdöl und Erdgas gibt es im Wolgagebiet, im Ural, in Nordkaukasien und in Westsibirien. Russland steht auf dem dritten Platz in der weltweiten Konkurrenz der erdölfördernden Länder. Auch Gold und Diamanten werden gewonnen. Entsprechend der Bodenschätze haben die Eisen- und die Stahlindustrie sowie der Maschinenbau große Bedeutung, daneben auch die chemische und petrochemische Industrie.

Nur etwa 13 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt; dort wird vor allem Getreide angebaut, aber auch Zuckerrüben und Gemüse gedeihen. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im europäischen Russland. Dort züchtet man auch Rinder und Schweine. Beim Holz gehört Russland zu den größten Produzenten der Erde, 45 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. 

Der Tourismus konzentriert sich auf die Städte Moskau und St. Petersburg, auf die Schwarzmeerküste den westlichen Kaukasus und rund um den Baikalsee.

Relegion

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem damit verbundenen Verschwinden der atheistischen Staatsideologie des Marxismus-Leninismus fand eine Rückbesinnung auf religiöse Werte statt. Die in Russland am weitesten verbreiteten Religionen sind das Christentum – vor allem der russisch-orthodoxe Glaube – sowie der Islam. Vertreten sind darüber hinaus zahlreiche andere Konfessionen wie der römisch-katholische Glauben, der Protestantismus, das Judentum, der Buddhismus sowie traditionelle Glaubensrichtungen einiger Volksgruppen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung bezeichnet sich als Atheisten oder Konfessionslose.

 
         
Orthodoxe
  
40–75 %
Religionslose und Atheisten 
  
25–35 %
Agnostiker 
  
20–25 %
Muslime
  
7–15 %
Andere Christen
  
2 %
Buddhisten 
  
0,7 %
Juden 
  
0,35 %
 

Was die Zugehörigkeit zu einzelnen Religionsgruppen angeht, gibt es keine zuverlässigen Zahlen, da die Mitglieder von Kirchen und Gemeinden in Russland nicht registriert werden und keine Kirchensteuer erhoben wird. Umfragen weichen oft erheblich voneinander ab.

 

Vegetation

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Je weiter man in Richtung Osten des Landes reist, desto deutlicher spürt man die prägenden Temperaturen zu den verschiedenen Jahreszeiten, das heißt, der Sommer ist extrem heiß und die Temperaturen in den Wintermonaten mitunter eisig kalt. Kaum ein anderes Land bietet solche Temperaturunterschiede wie Russland. Die südliche Hälfte des Fernen Ostens hat Monsunklima. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen mit Ausnahme der Schwarzmeerküste überall unter dem Gefrierpunkt. In Ostsibirien sinken sie bis auf −35 bis −60 °C ab, sind aufgrund der meist sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit jedoch leichter auszuhalten. Die Sommertemperaturen sind sehr unterschiedlich. Die Durchschnittstemperaturen im hohen Norden liegen bei +1 bis +2 °C, in den Halbsteppen und Steppengebieten des Südens hingegen bei +24 bis +25 °C.

Die Klima-, Vegetations- und Ökozonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass eine Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Im Nördlichen Eismeer herrscht die lebensfeindliche Kältewüste. Dies betrifft unter anderen den nördlichen Teil der Taimyrhalbinsel und weitere dort befindliche Inseln. Es herrscht ein ausgeprägtes Eisklima, in dem es kaum Pflanzen gibt. In dieser Zone gibt es nur wenige ständige Siedlungen. Die Durchschnittstemperaturen steigen nur für drei Monate knapp über den Gefrierpunkt und in den kältesten Monaten Januar und Februar erreichen sie bis −30 °C. Die jährlichen Niederschlagsmengen in Form von Schnee steigen selten über 250 Millimeter.

Beginnend vom nördlichsten Eurasischen Festland schließt sich ein baumloser und durch Permafrost gekennzeichneter Landschaftsgürtel an, der eine Nord-Süd-Ausdehnung zwischen 200 und 800 Kilometer aufweist und sich etwa bis zum Polarkreis, im Mittelsibirischen Bergland bis 70° nördlicher Breite erstreckt. Die Küstenlandschaft im Norden ist mit Ausnahme der Bucht um das Weiße Meer von der Tundra geprägt. Die Sommer sind dort zu kurz und zu kühl, als dass sich Wald ausbilden könnte. Die Durchschnittstemperaturen liegen nur vier bis fünf Monate im Jahr über dem Gefrierpunkt, wobei die wärmsten Monate in den Randgebieten ein Mittel über 10 °C aufweisen. Daher taut auch der Boden nur an der Oberfläche auf, sodass sich die reichlichen Niederschläge auf dem gefrorenen Unterboden stauen und die Tundra im Sommer in ein Meer von Sümpfen und Mooren mit einer Vegetation aus Flechten, Gräsern und Zwergsträuchern verwandeln. Landwirtschaft ist nicht möglich, nur die indigenen Rentiernomaden finden dort ihr Auskommen. Daher gibt es nur wenige menschliche Siedlungen. Weiter südwärts der Kältesteppe beginnen Fichten zunächst einzeln zu wachsen, um dann zusammen mit Moor-Birken und Espen von Sümpfen durchsetzte Waldtundra zu bilden. An ihrer Südgrenze geht die Waldtundra dann fließend in die Waldzone über.

 

Diese 1000 bis 2000 Kilometer breite Zone verläuft nördlich entlang der Linie St. Petersburg–Ufa–IrkutskSachalin und bildet die boreale Zone bzw. die Taiga. Die Waldzone durchzieht ganz Nordeurasien. Wegen dieser gewaltigen Ausdehnung gliedert sie sich in mehrere breitenparallele Unterzonen: In den der Fläche nach bei weitem dominierenden Nadelwaldgürtel (eigentliche Taiga) im Norden, in Mittelsibirien weiter in die Sub-Taiga als Übergangszone zur Steppe sowie in einen Mischwaldgürtel, der sich jedoch lediglich im europäischen Russland südlich anschließt. Die Taiga ihrerseits bildet drei breitenparallel hintereinander geschaltete Unterzonen:

  • Westlich des Urals besteht die nördliche Taiga aus niedrigen Fichtenwäldern mit vereinzelten Birken. Nur in Karelien herrscht die Kiefer vor.
  • Die mittlere Taiga bildet dunkle Fichtenwälder mit Einschlüssen von Birken, nach Süden hin zunehmend auch Kiefern, sowie ersten Vorboten von Laubhölzern wie der Winterlinde. Geringe Fruchtbarkeit des Bodens und Artenarmut der Vegetation macht diese Landschaft für eine Landwirtschaft ungeeignet.
  • Die südliche Taiga zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Laubhölzern am Unterwuchs aus, bedingt durch ergiebigere Böden. Die Taiga Sibiriens ist durch lichte Wälder, bestehend aus Sibirischen Lärchen, Fichten und Zirbelkiefern gekennzeichnet.

Die Waldzone ist durch kontinentales Klima mit einem starken Temperaturgefälle zwischen heißen Sommern und kalten Wintern geprägt. Die mittlere Jahrestemperatur nimmt vom Westen nach Osten deutlich ab. In Pskow beträgt sie noch 5,1 °C, sinkt aber bis zum Ural auf 2,3 °C ab und erreicht im westsibirischen Tomsk nur noch 0,1 °C. Im ostsibirischen Jakutsk liegt sie dann bei −10 °C. Die niedrigen Jahresmittel sind auf den langen und sehr kalten Winter in Sibirien zurückzuführen. Dagegen entsprechen die durchschnittlichen Sommertemperaturen dem mitteleuropäischen Mittel.

 

In den von kühlgemäßigten Klimaten beherrschten Gebieten, die sich der Taiga südlich anschließen, wächst sommergrüner Laub- und Mischwald. Diese Zone verläuft im europäischen Russland innerhalb des Dreiecks St. Petersburg–Odessa–Ufa, in Westsibirien in einem Streifen von Tscheljabinsk bis Krasnojarsk sowie im Amur-Gebiet. Die Mischwaldzone verläuft damit in einem nach Osten hin sich verjüngenden Dreieck von den mittleren Karpaten und von der baltischen Küste bis an den Südural. Die Vegetation besteht primär aus Fichten, Kiefern und Eichen, ehe sie weiter südwärts in reinen Laubwald übergeht. Leithölzer bilden dort die Eiche sowie in der Westukraine Buche und Hainbuche. Kiefern wachsen, wie auch im Mischwaldbereich, am besten in sandigen Senken wie im Pripjetbecken. Östlich des Urals gibt es aus klimatischen Gründen keinen Mischwald. Stattdessen leiten in Westsibirien Birkenhaine unmittelbar von der Taiga in die Waldsteppe über. Der Mischwald tritt dann wieder im Fernen Osten auf. Die Mischwaldzone bietet für die Landwirtschaft im Allgemeinen akzeptable, die Laubwaldzone gute Existenzbedingungen.

Weiter südlich folgt ein Steppengürtel, der am Unterlauf von Don und Wolga, Nordkaukasus, Kaspische Senke und Tuwa verläuft. Der Steppengürtel untergliedert sich im Norden in die Waldsteppe und im Süden in die eigentliche Steppe. Der Wald löst sich von Norden nach Süden in Inseln auf und verschwindet schließlich fast ganz. Das hängt mit dem nach Südosten abnehmenden Niederschlag bei gleichzeitig wachsender Verdunstungsintensität zusammen. Außer in Flusstälern (als Auwald) oder in Senken mit günstigen Grundwasserverhältnissen reicht das im Lössboden gespeicherte Wasser nicht aus, um den Flüssigkeitsbedarf von Laubhölzern zu decken. Daher bilden in der Waldsteppe Wiesen-, in der eigentlichen Steppe Federgrasformationen die Pflanzendecke. Der Steppengürtel ist aufgrund der fruchtbaren Schwarzerdeschicht ideal für den Getreideanbau.

An der Schwarzmeerküste zwischen Noworossijsk und Sotschi folgt eine Hartlaubwaldzone. An der Schwarzmeerküste herrschen im Durchschnitt um die 20 Grad Celsius. Dieser subtropische Teil Russlands ist geprägt von dichten Wäldern.

Russland beherbergt nach Kanada die größten noch verbliebenen nordischen Wildnisregionen. Nach Global Forest Watch sind rund 26 Prozent der Wälder noch intakte Urwälder. Sie liegen zum allergrößten Teil in Sibirien. Im europäischen Teil haben immerhin noch 9 Prozent der Wälder diesen Status.

Tierwelt

Das polare Klima an der Nordküste Russlands ist Lebensraum für Polarbären, Robben, Walrosse und Seevögel. In der sich südwärts anschließenden Tundra leben Polarfüchse, Eulen, Schneehasen und Lemminge. Im Sommer wandern große Herden von Rentieren und Wölfen in die Tundra ein. Diese Tiere sind an die lebensunfreundlichen Umstände dieser Zone perfekt angepasst. In den Wäldern von Russland nimmt die Artenvielfalt in der Tierwelt zu. So leben in der Taiga und den borealen Nadelwäldern Russlands Elche, Rentiere, Wölfe, Bären, Zobel, Eichhörnchen, Füchse und der Vielfraß. Weiter südlich haben sich Wildschweine, Nerze und Hirsche ausgebreitet. Vereinzelt gibt es auch Sibirische Tiger. Die Steppenzone Russlands ist der Lebensraum für Hamster, Ziesel sowie für den Iltis und den Steppenfuchs.

 

Gebräuche, Kulinarisches

Kulinarisches

Die russische Küche existiert in ihrer heutigen Form seit etwa hundert Jahren. Entwickelt hat sie sich aus einer langen Tradition, die mehrere Phasen durchlief:

  • die Altrussische Küche vom 9. bis zum 16. Jahrhundert
  • die Küche des Moskauer Staates im 17. Jahrhundert
  • die Küche des 18. Jahrhunderts und die Petersburger Küche in dieser Zeit
  • die gesamtrussische Küche im 19. Jahrhundert
  • die sowjetische Küche seit 1917.

Einzelne Gerichte und Zutaten der russischen Küche sind weltbekannt, zum Beispiel Kaviar, Salzgurken, Wodka, Krimsekt, Borschtsch, Pelmeni, Piroggen, Bœuf Stroganoff, Kiewer Kotelett, Sauerkraut und Kohlrouladen. Andere traditionelle Gerichte sind außerhalb der Landesgrenzen eher unbekannt, und russische Restaurants im Ausland waren bis zum Fall des Eisernen Vorhangs äußerst selten.

In Russland wird traditionell sehr fett und süß gegessen. Auf den richtigen Vitamingehalt, Ausgewogenheit und Kalorienmenge wird kaum geachtet. Obst und Gemüse stehen nicht im Vordergrund, dafür gehören Kohl und Kartoffeln fast immer zum Mittagessen. Sehr beliebt sind in Russland selbst gesammelte Pilze und Beeren.
Zum Frühstück isst man oft Kascha (Haferbrei), Reis mit Milch und Zucker, Eier, Blinis (gerollte Buchweizenpfannkuchen) oder auch heiße Würstchen und Kartoffeln mit Fleischsauce. Zum Trinken gibt es Trinksahne, Kefir, Kaffee oder Tee.
Das Mittagessen ist die wichtigste Mahlzeit der Russen und wird zwischen 14 Uhr und 15 Uhr gegessen. Es besteht häufig aus zwei Gerichten. Das erste ist Suppe, oft Tomaten-, Kohl- oder Rote-Bete-Suppe, das zweite Gericht bilden Fleisch, Kartoffeln und Salat.
Als beliebte russische Speisen gelten auch Pelmeni (Teigtaschen, gefüllt mit drei Sorten Fleisch oder mit Lachs), Piroschki (Hefekuchen, gefüllt mit Kohl, Fleisch, Pilzen oder Fisch) und Okroschka (eine auf Kwas basierende Kaltsuppe mit Gurken, gekochten Eiern und Zwiebeln). Befstroganow (geschnetzeltes Rindfleisch mit Champignons und Zwiebeln), Schaschlik und Fischgerichte, wie Stör, Lachs oder Zander, gelten als typische Hauptgerichte.
Zum Nachtisch sind vor allem Eis und süße Gebäckstückchen empfehlenswert.
Die in Moskau servierten Weine stammen meist aus Georgien, wie der Mukusani, ein voller Rotwein, oder der Zinandali, ein trockener Weißwein. Beim Bier sollte man sich besser an die Importware halten. Tee aus dem Samovar ist die empfehlenswerte Alternative zum unüblichen Kaffee, der am ehesten in den internationalen Hotels so schmeckt, wie ein Kaffeetrinker es erwartet. Nationalgetränk ist der Wodka, der bei so ziemlich jeder Gelegenheit getrunken wird. Das "Wässerchen" mit 40 bis 45 Prozent Alkohol ist das Lebenselixier der Russen. Russen trinken Wodka pur ohne Eis und immer mit einem Trinkspruch "Hinuntergestürzt". Der erste Wodka wird vor dem Beginn der Mahlzeit getrunken.
Kwas, russisches Brotbier, ist seit 1056 bekannt und neben Wodka ebenfalls ein Nationalgetränk in Russland. Es wird in allen russischen Städten für ein paar Kopeken aus großen gelben Fässern abgezapft, es wird aber auch in Flaschen angeboten. Geschmacksvarianten sind Apfel-, Kirsch-, Honig- oder auch Bojaren-Kwas.

Sitten und Gebräuche

Besonders in Russland wurden seit jeher alte Bräuche und Riten gepflegt. Religiöse Feste in Russland sind zum Beispiel Koljada (Theophanie), Pasha (Osterfeiertage), orthodoxe Hochzeits- und Taufzeremonien und viele andere. Bräuche sind dagegen eher weltlich und etwas weiter verbreitet, wie die traditionelle Banja (russische Sauna), das Feiern von Altneujahr und Neujahr, russische Hochzeitsfeste und vieles mehr.


Taufe in Russland

Die Taufe (Kreschtschenije) ist der wohl älteste christliche Ritus in Russland, der sowohl bei der orthodoxen Kirche als auch bei der katholischen Kirche zu den geheimnisvollsten zählt. Er bedeutet die Aufnahme eines Menschen in den Schoß der christlichen Kirche. Nach der Kreschtschenije sagt man ihm nach: "Er ist Mensch Gottes geworden", er habe also sozusagen an Gott teil. In der orthodoxen Kirche taucht man den Täufling dreimal in Wasser ein, in der katholischen übergießt man ihn einfach damit. Zur Kreschtschenije wird üblicherweise ein festlicher Tisch gedeckt und nahe Angehörige und Verwandte eingeladen.

Die Mutter und der Vater nehmen nicht an der Taufzeremonie teil. Der Ritus läuft in Russland seit Jahrhunderten praktisch gleich ab – mit Hilfe der Paten (Patentante und Patenonkel). Der Geistliche spricht das ausrufende Gebet, segnet das Wasser, zieht dem Täufling das Taufhemd an, verleiht das Leibkreuz und vollzieht die Sakramente der Salbung und der Taufe. Alle machen an diesem Tag dem Täufling Geschenke, davon die Paten traditionell natürlich die teuersten.

 

Koljada (Weihnachtssingen in Russland)

Koljada (Theophanie) nennt man einen alten Weihnachtsritus zur Feier der Geburt Christi durch Singen - sowie ein solches Lied selbst. In der Nacht vom 6./7. Januar vor dem orthodoxen Weihnachten schlief man üblicherweise nicht, sondern ging von Haus zu Haus, ließ sich jeweils eine Kleinigkeit zu essen geben und sang eben solche Koljadki – alte tradionelle Russische Lieder zu Weihnachten und Neujahr. Mit Koljadowanije begannen Kinder und Jugendliche, sie bekamen für das Singen vor den Fenstern verschiedene Leckereien. Heutzutage wird dieser Ritus wieder ins Leben gerufen: man lernt die Lieder, verkleidet sich wie zu alten Zeiten, zieht Masken an und geht zu den Nachbarn, Verwandten und Kollegen - sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Eine besondere Freude an Koljada aber haben sicher immer noch die Kinder, die für jedes Liedchen ihre Leckerei bekommen.


Banja (Russische Sauna)

 

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Banja (Russische Sauna, Dampfbad) das wichtigste Bedürfnis im häuslichen Leben. Man ging oft dorthin. Heutzutage ist es eher zur Freizeitaktivität oder zum Fitness- und Wellnesselement geworden. Dabei ist die Banja einer der besten Wege, Freunde (oder auch Geschäftspartner) zu treffen und mit ihnen zu plaudern. Als optimal gilt es, die Banja einmal in der Woche bzw. alle zehn Tage aufzusuchen.

Die Hauptattribute der russischen Banja sind der Dampf, ein Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen, duftender Tee mit Kräutern, Kwass oder Bier.

In der Banja gehört es sich nicht, laut zu sprechen oder zu fluchen. Von jeher und bis heute glaubt man in Russland an die Heilkraft der Banja, die als gutes Mittel zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten sowie zur körperlichen und seelischen Entspannung und zum Stressabbau gilt.

 

Ostern in Russland

Ostern in Russland ist – wie man in alten Zeiten sagte – "das Fest der Feste und die Feier der Feiern", der Tag der Erinnerungen an das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Ostern in Russland wird mit verschiedenen Riten und Bräuchen gefeiert: Nachtwachen, Prozessionen rund um die Kirchen, Christosowanije, oder dem Färben von Eiern und dem Backen von runden Broten (Kulitsch). In Russland ist es besonders üblich, anderen zu diesem Fest zu gratulieren.

Dieses "Christosowanije" ist in Russland ein so verbreiteter Brauch, dass selbst die Nicht-Gläubigen ihn hin und wieder praktizieren. Er besteht aus dem Kusswechsel mit der Begrüßungs- und Gratulationsformel "Christos woskres!" ("Christi ist auferstanden!") und der Antwort "Woistinu woskres!" ("Wahrhaftig auferstanden!") - sowie dem anschließenden Austausch von gefärbten Eiern.

Das traditionell in roten Tönen gefärbte Ei wurde seit dem 12. Jahrhundert zum unerlässlichen Attribut und Symbol des orthodoxen Osterns. Neben bemalten Hühnereiern fertigte man zu Weihnachten in Russland auch besonders schmuckvolle Geschenkeier aus Edelmetallen, Glas, Bergkristall oder bemaltem Porzellan an. Besonders berühmt für die Herstellung von solchen Eiern aus purem Gold wurde um 1900 der St. Petersburger Juwelier Carl Fabergé - nach ihm auch Fabergé-Eier genannt, die noch heute in Lizenz hergestellt werden.

Ein anderes unumgängliches Schmuckstück des Ostertisches ist das Osterbrot in Russland – Kulitsch genannt. Es wird aus Butterhefeteig gebacken, in verschiedenen Größen, aber immer rund und hoch. Oben auf dem Kulitsch wird ein Teigkreuz aufgebracht. Die Form des Kulitsch erklärt man dadurch, dass das Leichentuch Christi der Überlieferung nach auch rund gewesen sei. Zum Essen wird Kulitsch nicht längs, sondern quer geschnitten, damit der Gipfel unbeschädigt den verbleibenden Rest des Kulitsch bedecken kan

 

Russische Hochzeit

Hochzeiten feierte man früher in Russland zu einer bestimmten Jahreszeit, meist im Herbst oder Winter, das heißt in der Pause zwischen den großen Fastenzeiten. Diese beliebteste Zeit für Hochzeiten in Russland begann nach Weihnachten und reichte bis zur Maslennitsa (Fastnachtswoche). Dieser Zeitraum wurde "Swadebnik" (Hochzeitszeit) genannt. Heutzutage sind bei jungen Leuten jedoch der Frühling, das Sommerende und der Herbst viel beliebter.

Der Ritus der kirchlichen Trauung in Russland wird inzwischen immer öfter vollzogen, ist allerdings nach dem Gesetz erst nach der standesamtlichen Eheschließung möglich. Die Trauung soll hier ein besonders schöner und rührender Ritus sein, wo sich das Brautpaar vor Festgemeinde und Gott den Eid schwört, sich in guten und bösen Zeiten gegenseitig treu zu sein. Man geht davon aus, dass sie ihre Zugehörigkeit zueinander durch die Trauung in einem besonderen Maße zu spüren bekommen, und sich auf ein langes Zusammenleben einstellen, denn eine Scheidung ist in der Orthodoxie offiziell verboten.

Nach der Tradition kauft gewöhnlich der Bräutigam die Eheringe, das Brautkleid und die Schuhe für seine Braut , während die Familie der Braut das Brautpaar mit der Pridanoje (Mitgift) versorgt – meist Bettwäsche, Geschirr oder Möbel. Bei der Ankunft frisch gebackener Eheleute im Hause des Ehemannes werden sie von dessen Mutter laut russischer Tradition mit Brot und Salz empfangen. Unter den Augen der Gäste bricht sich jeder ein Stück Brot ab – wer das größte Stück hat – soll demnach auch der Chef in der Familie sein. Eine moderne Hochzeit dauert in der Regel zwei bis drei Tage.


Altneujahr und Neujahr in Russland

 

Nahezu alle Russen feiern am 13. Januar das Altneujahr (= Neujahr nach dem orthdoxen Julianischen Kalender). Bis 1918 galt in Russland der so genannte Julianische Kalender, der gegenüber dem in Europa gebräuchlichen Gregorianischen Kalender um 13 Tage nachgeht. Seit dem nachrevolutionären Dekret der damaligen sowjetischen Machthaber vom 24. Januar 1918 lebt Russland nach dem allgemein anerkannten Gregorianischen Kalender.

Am 13. Januar dieser neuen Zeitrechnung feierte man jedoch weiterhin das Altneujahr, das als "echtes" Neujahr galt. Allmählich gewöhnte man sich an den neuen Kalender - die Tradition, Altneujahr an diesem Datum zu feiern, blieb jedoch erhalten.

Das (neue) Neujahr (1. Januar) feiern viele Russen in der Regel zu Hause, mit der Familie. Bis zum Altneujahr bleibt auch der Weihnachtsbaum noch stehen. Dann deckt man gewöhnlich wieder einen festlichen Tisch, lädt Freunde und Verwandte ein oder geht selbst zu Besuch. Diese Feier läuft in der Regel lockerer und ausgelassener ab als das offizielle Neujahrfest mit dem Schlagen der Kreml-Turmuhr.


Pitije (Trinken in Russland)

 

Der Geschichte oder Legende nach hat der erste "Täufer" der Russen, Fürst Wladimir Krasnoje Solnischko ("Liebe Rote Sonne"), sich um das Jahr 988 nicht sofort für den christlichen Glauben entschieden. Historiker behaupten, er habe sein Land zuerst muslimisch aufbauen wollen, um sein Volk vom Heidentum abzulenken. Gesandte aus dem Osten hätten ihn auch beinahe überredet. Kaum hätte der Fürst jedoch verstanden, dass der Koran das Trinken (Pitije) verbietet, habe er die Botschafter jedoch vom Hof fortgeschickt. "Die Lustigkeit Russlands ist das Trinken",- soll er gesagt und sich entschlossen haben, seinem Volk nicht dessen einzige "Belustigung" zu nehmen. Heutige orthodoxen Geistlichen behaupten jedoch, dies "nicht der Belustigung, sondern der Gesundheit wegen" zu tun, wenn sie außerhalb der Fastenzeiten Alkohol trinken.


Allgemeine Sitten und Verhaltensweisen in Russland

Allgemeine Sitten und Verhaltensweisen in Russland ändern sich öfter und schneller als Traditionen und Bräuche. Im Moment ist Folgendes allgemein üblich und verbreitet: mit den Kindern zusammen zu wohnen, bis sie heiraten, auch wenn sie älter als 18 Jahre alt sind; meist mit 23-25 Jahren zu heiraten; bei berufstätigen Müttern die Kinder von den Großmüttern betreuen zu lassen, statt sie in den Kindergarten zu geben; im Sommer Konfitüre aus Früchten zu kochen und Gemüse einzumachen; neben der Wohnung noch eine russische Datscha (Land- oder Gartenhäuschen) außerhalb der Stadt zu haben, zumeist mit einem (Gemüse-)Garten, der oft noch zur eigenen Versorgung beiträgt.

In Russland gibt man außerdem üblicherweise seiner Begleiterin beim Ausstieg aus dem Bus die Hand; älteren Menschen überlässt man idealerweise seinen Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln; wenn man Freunde trifft, gibt man ihnen die Hand oder küsst sich dreimal auf die Wange; zu Besuch geht man nicht nur am Wochenende und bringt auch immer etwas "zum Tee" vorbei; nahe Freunde oder Verwandte besucht man auch ohne Vorankündigung. Schlafen gehen die Russen üblicherweise recht spät, trinken oft gerne abends in der Küche Tee und führen dabei lange Gespräche; sie schämen sich nicht, bei Nachbarn etwas Salz oder Streichhölzer auszuleihen, wenn sie gerade selbst keine mehr haben. Bei einer Party trinkt man immer auf die Gastgeber. Aus Zeitnot und Liebe zur Lektüre lesen fast alle Russen in öffentlichen Verkehrsmitteln (aber auch weil es dort meist einfach zu laut ist für eine Unterhaltung).

Zu den üblichen Familienbräuchen in Russland zählt zum Beispiel, dass man die notwendige Ausstattung und Sachen für einen Neugeborenen nur nach dessen Geburt anschafft. Sehr negativ wird die Verwendung von Schimpfwörtern in der Öffentlichkeit empfunden, denn sie gelten immer noch als obszön, im Gegensatz zum amerikanischen Wortschatz, wo sie diesen Ton nahezu verloren haben. Auch ist es in Russland allgemein üblich, dem Gesprächspartner Fragen privater Natur zu stellen: über seine Familie, Einkommen, Hobbies, Gesundheit und Arbeit, und eine informelle, lockere Antwort darauf zu erwarten.

 

Souvenirs

Das sind typisch russische Souvenirs

    • Natürlich fällt auch Ihnen sicherlich Wodka ein, wenn Sie an Russland denken. Aber den als Mitbringsel von einer Reise nach Hause zu bringen, könnte wegen der Zollbestimmungen schwierig werden und lohnt sich meistens auch nicht, da Sie ihn hier auch kaufen können.
    • Eine Matroschka, die es in den unterschiedlichsten Größen und Ausführungen zu kaufen gibt, ist da schon eher eine schöne Erinnerung. Und gerade Kinder haben unheimlich viel Spaß an so einem Andenken, da sie damit auch noch toll spielen können.
    • Auch tolle Holzschnitzarbeiten können Sie in Russland finden. Oft sind es Teller oder Besteck, die zudem noch künstlerisch bemalt sind.
    • Ebenso gibt es unheimlich schönes Porzellan, welches Sie als Souvenir aus Russland mitbringen können.
    • Und wenn Sie sich für die typische Schapka entscheiden, dann haben Sie auch in kalten deutschen Wintern immer einen warmen Kopf und warme Ohren.

Das sollte in Russland bleiben

  • Bringen Sie auf keinen Fall Pelze aus Russland mit. Das verstößt gegen das Ausfuhrgesetz.
  • Auch Kulturgüter sollten Sie dort lassen, wo sie hingehören. Dazu könnten auch Samoware gehören. Fragen Sie im Notfall bei Ihrer Reiseleitung nach.
  • Bei Kaviar sollten Sie ebenfalls vorsichtig sein, denn wenn Sie die Höchstgrenze von 125 g überschreiten, können Sie schnell als Schmuggler dastehen.

Lesen Sie auf jeden Fall die Zollbestimmungen, bevor Sie wieder aus Russland nach Hause kommen. Es wäre schade, wenn sich ein vermeintliches Souvenir als Schmuggelware entpuppt und Ihnen so die Urlaubsstimmung verdirbt.

 

Klima und Wetter

Klimainformationen

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Je weiter man in Richtung Osten des Landes reist, desto deutlicher spürt man die prägenden Temperaturen zu den verschiedenen Jahreszeiten, das heißt, der Sommer ist extrem heiß und die Temperaturen in den Wintermonaten mitunter eisig kalt. Kaum ein anderes Land bietet solche Temperaturunterschiede wie Russland. Die südliche Hälfte des Fernen Ostens hat Monsunklima. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen mit Ausnahme der Schwarzmeerküste überall unter dem Gefrierpunkt. In Ostsibirien sinken sie bis auf −35 bis −60 °C ab, sind aufgrund der meist sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit jedoch leichter auszuhalten. Die Sommertemperaturen sind sehr unterschiedlich. Die Durchschnittstemperaturen im hohen Norden liegen bei +1 bis +2 °C, in den Halbsteppen und Steppengebieten des Südens hingegen bei +24 bis +25 °C.

Die Klima-, Vegetations- und Ökozonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass eine Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Im Nördlichen Eismeer herrscht die lebensfeindliche Kältewüste. Dies betrifft unter anderen den nördlichen Teil der Taimyrhalbinsel und weitere dort befindliche Inseln. Es herrscht ein ausgeprägtes Eisklima, in dem es kaum Pflanzen gibt. In dieser Zone gibt es nur wenige ständige Siedlungen. Die Durchschnittstemperaturen steigen nur für drei Monate knapp über den Gefrierpunkt und in den kältesten Monaten Januar und Februar erreichen sie bis −30 °C. Die jährlichen Niederschlagsmengen in Form von Schnee steigen selten über 250 Millimeter.

Beste Reisezeit

Der Tourismus in Russland konzentriert sich vor allem auf die beiden Metropolen Moskau und Sankt Petersburg, dem Venedig des Nordens mit seinem reichen kulturellen Angebot und seiner historischen Innenstadt, die vollständig UNESCO-Weltkulturerbe ist. Typisch für St. Petersburg sind die Weißen Nächte mit den hochgeklappten Newa-Brücken von Ende Mai bis Mitte Juli. Darüber hinaus sind Schifffahrten auf der Wolga sowie Besichtigungen von altrussischen Städten nordöstlich von Moskau, dem sogenannten Goldenen Ring, gefragt. Der Goldene Ring besteht aus mehr als zwanzig Städten und stellt die beliebteste touristische Route durch die russische Provinz dar. Natururlaub ist vor allem in Karelien und dem Altai-Gebirge (Weltnaturerbe) möglich. Beliebt sind unter ausländischen Gästen die Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn. Rund 9.300 Kilometer legt die Bahn auf dem Weg von Moskau bis nach Wladiwostok zurück. Dazwischen passiert sie unter anderem Jekaterinburg, Nowosibirsk, die Hauptstadt Sibiriens, Irkutsk, das auch „Paris“ Sibiriens genannt wird, sowie die Region um den Baikalsee, auch dieser ist UNESCO-Weltnaturerbe. Aber auch Kaliningrad, das frühere Königsberg, zieht immer mehr deutsche Besucher an.

Den europäischen Teil und die südlichen Gebiete der Russischen Föderation, bereist man am besten von Mai bis Oktober, in den nördlichen Gebieten ist es in den gesamten Sommer ebenfalls seh angenehm.

Durch die olympischen Spiele 2014 in Sotschi ist russland auch als Skigebiet interessant geworden. Die beste Reisezeit dafür ist Dezember-März.

Gesundheit

allgemeine medizinische Hinweise

In den letzten Jahren wird in Russland ein deutlicher Anstieg von sexuell übertragbaren Krankheiten (inkl. HIV/AIDS) beobachtet. Deswegen ist es sehr empfehlenswert, generell Kondome zu verwenden und spontane Sexualkontakte zu meiden.

Obwohl die meisten Russen das Leitungswasser bedenkenlos trinken, ist es sicherer, abgekochtes oder Flaschenwasser zu verwenden (besonders bei einer Reise ins Landesinnere).

Meiden Sie billige Imbissbuden in Russland und verzehren Sie grundsätzlich nur abgekochtes bzw. gut durchgebratenes Fleisch.

Es ist ratsam, eine Reiseapotheke mitzunehmen. Die meisten Medikamente sind aber in zahlreichen Apotheken in Russland ohne Rezept erhältlich.

Impfungen

Bei einer Russlandreise sind keine zusätzlichen Impfungen nötig. Es empfiehlt sich jedoch, den Status der Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A zu überprüfen.

Für alle Naturliebhaber und Sibirienreisende ist eine Impfung gegen Tollwut und Meningoenzephalitis (FSME-Zeckenübertragung) sinnvoll.

Zecken

In den letzten Jahren haben sich die Zecken in Russland extrem verbreitet. Zeckenbisse werden fast in allen Regionen der Russischen Föderation registriert. Vor allem bei Reisen nach Sibirien ist Vorsicht geboten. Doch auch in Zentralrussland lauern Zecken nicht nur am Waldrand, sondern auch in Parks und Grünanlagen der Städte. Bei Reisen nach Moskau ist das Risiko eher niedrig. Wer nach Kaliningrad, St. Petersburg oder Jekaterinburg reist, sollte besser aufpassen.

In einigen Städten wie, zum Beispiel, in Jekaterinburg werden Grünanlagen vorsichtshalber mit speziellen Chemikalien behandelt. Laut offiziellen Schätzungen leben in Russland ca. 3,5 Milliarden Zecken. Deswegen ist es wichtig, bei allen Ausflügen ins Grüne (auch bei Aufenthalten auf einer Datscha!) sich vor Zecken zu schützen.

Die Zeckengefahr besteht in Russland generell von Mai bis August und kann in manchen Regionen sogar bis Oktober / November dauern.
Den besten Zeckenschutz bietet geschlossene Kleidung und Kopfbedeckung. Die Zecken lauern lauern vor allem im Gras und Gebüsch. Nach einem Picknick am Flussufer oder im Stadtpark, sollte man sich auf jeden Fall auf Zecken absuchen.

Die Zecken in Russland können die FSME, Borreliose sowie andere Krankheiten übertragen. Die FSME gilt als die gefährlichste von Zecken übertragene Krankheit. Experten schätzen allerdings, dass in Russland nur jede hundertste Zecke die FSME-Virus in sich trägt. Mit der Borreliose ist dagegen jede fünfte Zecke infiziert.

Virus: Die FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis)
Das FSME-Virus kann das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und zu schweren Lähmungen, Gehirnstörungen und sogar zum Tod führen. Knapp die Hälfte der FSME-Infizierungen werden in der Russischen Föderation in Sibirien registriert. Zu den besonders gefährlichen Regionen zählen die Landkreise Krasnoyarsk, Tomsk, Barnaul und Perm. Laut der Information des Auswärtigen Amts schützt der in Deutschland erhältliche FSME- Impfstoff auch vor der in der Russischen Föderation endemischen Virusvariante.

Ärztliche Hilfe

Reisen Sie nie ohne Auslandsreisekrankenversicherung mit Reiserückholversicherung!

Sie können nicht davon ausgehen, dass in der Russischen Föderation die gleiche medizinische Versorgung wie in Mitteleuropa gewährleistet ist, insbesondere dann, wenn Sie sich für längere Zeit in der russischen Provinz aufhalten wollen. Achten Sie auf ausreichenden Impfschutz, insbesondere für Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und B.

Bezahlung medizinischer Leistungen

In der Russischen Föderation wird davon ausgegangen, dass Sie sofort und bar für medizinische Leistungen zahlen. Das geschieht grundsätzlich in Rubeln, ist aber oft auch in US-Dollar möglich. Gelegentlich können Sie auch in Euro oder mit Kreditkarten zahlen, Sie sollten sich aber nicht auf diese Möglichkeit verlassen.

Selbst bei ambulanten Behandlungen wird immer wieder die Zahlung eines Abschlages zu Beginn jeder medizinischen Leistung verlangt - dabei kann es sich um Beträge bis zu 500 US-Dollar handeln. Nahezu regelmäßig wird eine Vorschusszahlung verlangt, wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Dabei sind Beträge zwischen 500 und 2.000 US-Dollar durchaus üblich. In Einzelfällen müssen Sie damit rechnen, dass ohne Vorschusszahlung keine Behandlung erfolgt.

In jedem Fall sollten Sie sich bei medizinischen Notfällen - sofern Sie keine der unten aufgeführten deutsch- oder englischsprachigen Einrichtungen in Anspruch nehmen können - der Begleitung durch einen sprachkundigen Helfer versichern.

Medikamente

Viele in Deutschland handelsübliche Medikamente sind auch in den großen Städten der Russischen Föderation wie Moskau und St. Petersburg erhältlich. Aber auch dort können Sie nicht davon ausgehen, dass in den Apotheken jederzeit jedes dieser Medikamente erhältlich ist. Das gilt insbesondere für spezielle Dosierungs- und Darreichungsformen von Insulinpräparaten. Sie sollten daher regelmäßig benötigte Medikamente - in für die Aufenthaltsdauer ausreichender Menge - mit sich führen. Damit Sie in grösseren Mengen mitgeführte Medikamente durch den Zoll bringen, kann eine entsprechende Bescheinigung Ihres Hausarztes nützlich sein.

In der Russischen Föderation gelten erheblich strengere Betäubungsmittelvorschriften als in Deutschland. Hierunter fallen in Deutschland gängige Psychopharmaka, aber auch einige Schmerzmittel. Diese Medikamente sind in der Russischen Föderation nicht zugelassen und ihr Besitz gilt als illegal. Um Probleme bei der Einreise zu vermeiden, sollten daher solche Medikamente nicht eingeführt werden. (Dies gilt nicht für Medikamente wie Aspirin, Paracetamol, Indometacin etc.)


Für den Notfall: Adressen und Telefonummern auf einen Blick

Schnelle Medizinische Hilfe: 03

MOSKAU: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Wolfgang Luster, Moskau, Tel. (0495) 939 92 69, 939 91 07;

Notrufnummern

Die Rufnummer für Notarzt lautet 03. Bei einem Kontakt mit russischen Ärzten sind meistens gute russische Sprachkenntnisse erforderlich.

In dringenden Fällen stehen Hotelärzte oder folgende Einrichtungen zur Verfügung:

In Moskau:

Regionalarztdienststelle der Deutschen Botschaft
Mosfilmowskaja Straße 56
Tel +7(495)939 92 69

European Medical Center
Spiridonievsky pereulok. 5, Bld. 1
Metro: Twerskaya
Emergencies 24 HRS: +7 (495) 933 6655

American Clinic
Grokholsky pereulok, 31
Metro: Prospekt Mira
Tel: +7 (495) 937-5757

Global Voyager Assistance
Rücktransport
Tel: +7(495)775-0999

Regionale Stelle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in
Russland
Ostozhenka Straße. 28
Tel. +7(495)787-2100
Tel. +7(495)787-2101

Ministerium der Russischen Föderation für Gesundheit und Soziale Entwicklung
Rakhmanovskiy pereulok 3
Tel: +7(495)9284754

In St. Petersburg:
Euro Med Clinic

Suvorovsky prospekt 60
Metro: Ploschad' Vosstania and Chernishevskaya
Tel. +7 (812) 327-03-01

MEDEM International Clinic & Hospital
Marata Straße 6
Metro: Mayakovskaya
Tel. +7 (812) 336-3333

weitere Städte:

JEKATERINBURG:Gebietskrankenhaus Nr. 1, Dr. Oled Beliaev (spricht Deutsch), Wolgogradskaja Str. 165,, Jekaterinburg, Tel. (03432) 28 44 10;
NOVOSIBIRSK:Kranoobsk Bezirkskrankenhaus, Hr. Ortwin Iwanowitsch-Bergen (spricht Deutsch), Novosibirsk, Tel. (03832) 48 02 53;
NISHNIJ NOWGOROD:State Regional Hospital, Dr. V. Zagainov, Rodionova Street 190,, Nishnij Nowgorod, Tel. (08312) 38 95 59;
PERM:Klinik für Kardiologie, Dr. S. Tchazov, Lunatcharskogo Str. 95,, Perm, Tel. (03422) 34 86 74;
SAMARA:Dr. A. Pismenny, 443068 Novo-Saqdovaya Str. 154,, Samara, Tel. (08462) 35 15 91.

Geld und Umtausch

Währung

Währungseinheit

Währungseinheit: Rubel (Rbl)
1 Rubel = 100 Kopeken.

Der Kurs wechselt entsprechend der Devisenentwicklung und wird massgeblich von der Börse beeinflusst.

Wechsekurs Stand 16.05.2017:

EUR = 63,50 RUB
100 RUB = 1,6034 EUR

 

Hinweise
Bei den aufgeführten Umrechnungskursen handelt es sich um reine Sortenkurse für den Bargeldtausch am Bankschalter, d.h. sie nennen den aktuellen Wert, den der Reisende beim Umtausch am Bankschalter (Schalterkurse in Deutschland) erhält. Hinzu kommen dann noch die von der jeweiligen Bank abhängigen Umtauschgebühren. Die Kurse sind nicht geeignet zur Umrechnung von Rechnungen etc., da hierfür meist "Devisenkurse" zugrunde gelegt werden.

Devisenbestimmungen/Umtausch

Ein- bzw. Ausfuhr von Devisen

Nach derzeit gültigen Devisenvorschriften müssen lediglich Beträge ab einer Höhe von 10.000,- USD bei der Einreise deklariert werden (lückenloses Ausfüllen des Zoll-Anmeldeformulars, Benutzung des roten Zollkorridors, Siegelung des Formulars durch den Zoll). Bei der Einfuhr von geringeren Beträgen kann jeweils der grüne Zollkorridor benutzt werden. Bei der Ausreise können Devisen im Wert bis zu 10.000,- USD frei ausgeführt werden. Bei Beträgen über 10.000,- USD ist zusätzlich zur Deklarierung entweder die vorherige Einfuhr des Betrages mittels gesiegelter Zolldeklaration oder Überweisungsbescheinigung einer Bank nachzuweisen. Devisenschmuggel (nicht deklarierte Ausfuhr von Devisen) bleibt strafbar und kann neben der Konfiszierung des Devisenbetrages und einer Geldstrafe zu einer mehrmonatigen Untersuchungshaft führen.

Es wird geraten, Bargeld in kleiner Stückelung (Dollar oder Euro) mitzunehmen und nach und nach kleinere Beträge (Wechselkursschwankungen) zu tauschen. Geld sollte nur in zugelassenen Banken oder Wechselstuben getauscht werden.

Die Bargeldbeschaffung mit Kreditkarten (VISA, EURO, MASTER), Reiseschecks (American Express, VISA, EURO, MASTER) und durch Überweisungen sowie Bargeldtransfers (MoneyGram, Western Union) ist problemlos möglich. Die Beträge werden in zahlreichen Bankfilialen auch in Devisen (USD oder Euro) ausgezahlt. In Moskau existieren ausreichend Geldautomaten, an denen Bargeld in Landeswährung abgehoben werden kann. In der Vergangenheit ist es zu Fällen von Missbrauch von EC-Karten und Kreditkarten gekommen: mehrere russische Geldautomaten wurden derart manipuliert, dass bei der Bargeldabhebung die Geheimnummer und die Datensätze "kopiert" und dann unberechtigt Bargeld-Abhebungen zu Lasten des jeweiligen deutschen Kartenkontos getätigt wurden. Beim Einsatz der Karte am Geldautomaten sollte auf Veränderungen bzw. Manipulationen an der Eingabetastatur und am Einzugsmechanismus sowie auf unbeobachtete Eingabe der Geheimnummer geachtet werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.


Ausfuhr Fremdwährung: erlaubt bis zu einem Wert bis zu 3.000 US-$.
Aufgrund der verschärften Bestimmungen wird dringend empfohlen, sich im Vorfeld der Ausfuhr genau über die entsprechenden Formalitäten zu informieren (siehe Abschnitt "Deklaration").
ACHTUNG: Bei Verdacht auf Devisenschmuggel kann neben Konfiszierung des Devisenbetrags und einer Geldstrafe eine mehrmonatige Untersuchungshaft drohen!
Ausfuhr Landeswährung: erlaubt bis zu einem Betrag von 50.000 Rubel.